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Wenn jemand mit dem Argument kommt, dass wir sowieso die ganze Zeit atmen und wieso es dann noch nötig wäre, Atemübungen zu machen, frage ich gerne nach ob man Hausarbeit, wie zum Beispiel Staubsaugen oder Abwaschen, was auch eine körperliche Tätigkeit ist, mit einem gezielten Training im Fitnessstudio gleichsetzen würde. Genau! Würde man wahrscheinlich nicht. Und genau so ist es auch beim Atem. Atmen ist nicht gleich Atmen. Wir atmen zwar immer, aber die meiste Zeit unbewusst, oft flach und viel zu schnell.

Mein Lehrer, Max Strom, sagt gerne: „Wenn du deinen Atem kontrollieren kannst, kannst du damit dein ganzes Leben kontrollieren.

Ist dir schon einmal aufgefallen, dass sich deine Atmung verändert, je nachdem wie du dich gerade fühlst? Wenn du traurig bist und weinst, verkrampfen sich deine Lungen und deine Atmung wird schneller und kürzer. In der Hektik und im Stress hat man oft das Gefühl hat, man atmet gar nicht mehr, so flach ist der Atem. Oder man bekommt vor lauter Lachen Bauchweh, weil man dabei so tief in den Bauch hinein atmet. Denn wenn wir uns glücklich und entspannt fühlen, werden die Atemzüge langsamer und tiefer. Kurz gesagt: Die Atmung verändert sich je nachdem wie wir uns fühlen. Denn unsere Lungen sind nicht nur für den Gasaustausch und die Stimmbildung da, sondern dienen auch als emotionaler Ausdruck. Das geschieht unbewusst, denn es ist genetisch in uns angelegt.

Wenn also unsere Lungen unsere Emotionen ausdrücken, dann können wir im Umkehrschluss unsere Emotionen durch unseren Atem verändern.

Hast du dich schon mal gefragt, was sich in deinem Leben alles ereignet hat und warum du dich an das Meiste nicht erinnern kannst? Womit hast du die ganzen vergangenen Minuten, Stunden und Tage gefüllt? Wenn wir zurück blicken, fallen uns oft nur wenige Ereignisse ein. Wieso ist das so?
Weil du nicht wirklich da gewesen bist. Das heißt, du warst zwar physisch anwesend, aber in Gedanken ganz woanders, mit deiner Aufmerksamkeit nicht präsent. Wir vergessen gerne auf den jetzigen Moment, obwohl er das einzige ist, was wir je haben. Denn das Leben spielt sich immer in diesem Moment ab. Ja genau, in diesem Moment jetzt gerade.

Unser Geist wird auch 'monkey mind' genannt: Stell dir einen kleinen überdrehten Affen vor, der nicht still sitzen kann und ständig von einem Ast, oder von einem Gedanken, zum nächsten springt. Kennst du das nicht? Du versuchst dich auf etwas zu konzentrieren und hast in der Zwischenzeit an fünf andere Dinge gedacht und bist im Kopf schon wieder ganz woanders. Dazu kommt unsere Tendenz, in Gedanken irgendwo in der Vergangenheit oder der Zukunft unterwegs zu sein.

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